Die schönste Zeit Ägypten zu bereisen, ist das Winterhalbjahr. Wenn Sie die
Möglichkeit haben, wählen sie den November oder das Frühjahr.

Ein offenes Wort:
Der ägyptische Staat unternimmt große Anstrengungen, um die Sicherheit seiner Besucher zu gewährleisten. Das gilt auch für die Ägypter, die allesamt sehr gastfreundlich und hilfsbereit sind. Ägypten ist ein fortschrittliches, westlich orientiertes, islamisches Land.
Die Erfahrung lehrt, daß es nirgendwo auf der Welt auszuschließen ist, daß verblendete, fanatische Menschen aus religiösen oder politischen Motiven friedliche Menschen bedrohen. Nicht mehr und nicht weniger gilt für Ägypten.

Ägypten, Land und Leute

Informationen zum Reiseland

Das Alte Ägypten

Ägyptens Sehenwürdigkeiten:
Kairo - Luxor - Assuan - Oasen - Rotes Meer

Ägypten liegt im äußersten Nordosten Afrikas und greift mit der Halbinsel Sinai nach Asien über. Es ist Brückenland zwischen Afrika und Asien, Mittelmeer und Rotem Meer und liegt in der Mitte der islamischen Welt.
Das ägyptische Staatsgebiet grenzt im Nordosten an Israel. Die Grenzen zum Sudan im Süden und zu Libyen im Westen verlaufen größtenteils schnurgerade. Die Entfernung von Frankfurt (Main) nach Kairo beträgt ca. 2950 km Luftlinie.

Die Gesamtfläche Ägyptens beträgt rund l 000 000 qkm, 96,5% davon sind Wüste. Mitten durch dieses vegetationslose Gebiet fließt der Nil. An seinen Ufern und im nördlich gelegenen Delta schließen sich die restlichen 3,5% Nutzland an. 995 000 qkm Ödland stehen somit 35 000 qkm Kulturland und Lebensraum gegenüber, die nur wenig durch die sechs westlichen Oasen el-Faijum, el-Baharija, el-Charga, el-Dachla,
el-Farafra und Siwa ergänzt werden.
Das Niltal und das Nildelta bilden nach geographischen Maßstäben die ersten beiden der insgesamt fünf Landschafteinheiten, in die Ägypten eingeteilt wird.
Die schmale Niloase, die sich von der südlichen Landesgrenze bis zum Mittelmeer auf über l 000 km Länge hinstreckt, ist ca. 12 000 qkm groß. Sie liegt eingesenkt an den Ausläufern von Tafelgebirgen der Östlichen und Westlichen Wüste. Das Niltal ist seit Anbeginn das eigentliche Siedlungsland der Menschen. Die Breite des Fruchtlandes schwankt zwischen l km bei Assuan und dem 20fachen bei Kairo.
Das Niltal ist die größte Flußoase der Erde!
Ab hier setzt sich das Delta mit ca. 22 000 qkm Flächenanteil fort. Dabei erreicht es nach Norden hin eine Breite von bis zu 250 km. Seine Böden werden, wie auch die des Niltals, von fruchtbaren Schlammböden gebildet. Diese mischen sich zum Mittelmeer hin mit salzigen Schwemmlandböden aus dem Bereich der Deltaseen, die das Land vom Meer abgrenzen.
Der Nil, der das Land in sanften Schwüngen S-förmig durchläuft, teilt Ägypten in zwei große Wüstengebiete. Nach Westen hin erstreckt sich die Libysche Wüste, die mit 690 000 qkm nahezu drei Viertel des Landes einnimmt.
Östlich des Nils liegt die Arabische Wüste, die mit einer Fläche von 220 000 qkm ein Fünftel des Landes einnimmt. Das Gebiet ist insgesamt gebirgiger als das Westliche Pendant - einige Höhenzüge erreichen nahezu 2 000 m - und stark zertalt. Die tief eingeschnittenen Wadis werden noch heute durch episodisch fallende Niederschläge aktiviert; dadurch bilden sie die Grundlage der Weidewirtschaft für die hier lebenden Beduinen. Im Süden geht das östliche Wüstenland in das der Nubischen über.
Das dritte und kleinste Wüstengebiet ist das der Sinaihalbinsel mit einer Gesamtfläche von 61 000 qkm. Das Gebiet gehört zum asiatischen Kontinent. Es teilt den Rote-Meer-Graben in zwei Arme: den Golf von Akaba und den Golf von Suez. Der die Südspitze einnehmende Granithorst des Sinaigebirges findet seine höchsten Erhebungen im Gebel Katharina mit 2635 m und im Gebel Musa mit 2285 m.

Die wichtigsten und bekanntesten Städte sind:
Kairo als Hauptstadt mit ca. 16,8 Mill. Einwohnern (geschätzt: 20 Mill.)
Alexandria mit ca. 3,5 Mill. Einwohnern,
Port Said
mit ca. 0,46 Mill. Einwohnern,
Suez
mit ca. 0,39 Mill. Einwohnern,
Assiut
mit ca. 0,33 Mill. Einwohnern,
Assuan
mit ca. 0,2Mill. Einwohnern,
Luxor
mit ca. 0,45 Mill. Einwohnern (Luxor + 16 Dörfer auf der östl. und westl. Nilseite).

Ägypten hat, mit Ausnahme des Küstenstreifens, Wüstenklima. Nach Süden hin nehmen die Niederschläge rasch ab. So fallen in Alexandria lediglich 191 mm, in Kairo nur noch 24 mm und in Asswan nicht einmal l mm Niederschlag im Jahr. Der Gegensatz zwischen Niltal und Wüste spiegelt sich in den Böden wider; er wurde von den alten Ägyptern mit den Ausdrücken "Schwarzes Land - Rotes Land" bezeichnet. Der dunkle Nilschlamm ist
bis zu 10 m mächtig und sehr fruchtbar. Deshalb ist Ägypten trotz der Industrialisierung ein Agrarland. Meist wird noch nach althergebrachten Methoden angebaut und ein ausgetüfteltes Bewässerungssystem macht sogar mehrere Ernten im Jahr möglich. Typische Winterfrüchte sind Weizen, Gerste, Bohnen und Zwiebeln. Im Sommer werden Reis, Hirse, Zuckerrohr und vor allem Baumwolle angebaut.

Etwa 85% der Bevölkerung stammen von den Ägyptern der Pharaonenzeit ab. Es sind keine Araber, sondern Verwandte der berberischen Atlasbevölkerung. Bauern wurden von den Arabern Fellachen genannt
(arab. felah = das Feld bebauen). Das altägyptische Element hat sich am ehesten in den Kopten erhalten, die
eine christliche Minderheit von sieben Prozent gegenüber dem Islam (93%) darstellen. Seit dem heiligen Krieg
der Araber ist der Islam die Hauptreligion Ägyptens. Neben den etwa 80.000 Beduinen, die als Nomaden in den
Wüsten leben, gibt es noch die aus dem Sudan stammenden Nubier, deren Lebensraum durch den Nassersee weitgehend überflutet wurde.

Amtsprache in Ägypten ist Arabisch, Englisch beherrschen mehr oder weniger gut diejenigen, die mit Tourismus und Handel zu tun haben. Man kommt mit Englisch-Grundkenntnissen sehr gut durch das Land.

Eines der größten Probleme Ägyptens ist das starke Bevölkerungswachstum von ca. 2,2 % jährlich. Im Delta leben
über 1000 Einwohner pro km². Damit gehört es zu den am dichtesten bevölkerten Gebieten der Erde. Ägypten hat heute ca. 68 Mio. Einwohner, zu pharaonischer Zeit sollen es ca. 9 Mio. Menschen gewesen sein.

Als sehr altes Land kann Ägypten auf eine besonders umfangreiche Geschichte zurückblicken. Allein das Reich
der göttlichen Pharaonen dauerte 3200 Jahre. Das Alte Reich (2780 - 2263 v. Chr.) als Zeitalter der mächtigen Pyramiden, das Mittlere Reich mit den Eroberungen Ägyptens durch asiatische Völker wie auch das Neue Reich
(1550 -1070 v. Chr.), in dem unter Thutmosis III. eine Großmacht entstand, und die zahlreichen Felsengräber und Tempel zeugen genauso von der unvergleichlichen Vergangenheit Ägyptens wie die steinernen Monumente aus
der Zeit der Ramsessiden, Nubier, Perser, Griechen, Römer, Mamelucken und Türken.
Nach der Herrschaft der Mamelucken vom 12. bis 15. Jahrhundert wird Ägypten 1517 zu einer bedeutungslosen Provinz des Osmanischen Reichs. 1798 besetzt Napoleon das Land, 1805 wird als Pascha und Statthalter der albanische Offizier Mohammed Ali eingesetzt. Seine Reformpolitik begründet das moderne Ägypten. Sein Enkel Ismail bringt durch den Bau des Suezkanal Ägypten in wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von Europa. Als Reaktion auf eine Militärrevolte besetzt England 1882 das Land. 1914 wird Ägypten britisches Protektorat. 1922 erklärt England Ägypten für unabhängig beendet aber erst 1936 die militärische Besetzung. Noch weitere 20 Jahre halten britische Truppen die Suezkanalzone besetzt.
Ägypten ist jetzt konstitutionelle Monarchie. 1952 wird durch einen Staatstreich König Faruk abgesetzt, Ägypten wird Republik unter dem Präsidenten Nasser. Sein Nachfolger Anwar al Sadat öffnete das Land für den Westen und erwirbt sich durch seine Friedenpolitik großes internationales Ansehen. Im Innern des Landes kommt es jedoch zu Unzufriedenheit, was die Position muslimischer Fundamentalisten stärkt. Religiöse Fanatiker ermorden Sadat im Oktober 1981. Sein Nachfolder wird Hosni Mubarak, der bis heute das Land regiert.